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17.5.17: ein perfekter Grente-Tag fand sein jähes Ende im feuchten Süden

17.5.17: ein perfekter Grente-Tag fand sein jähes Ende im feuchten Süden

Mi., 17.5.17: Drehbuch eines fast schon perfekten Grente-Tages

Lange haben wir mit der Entscheidung gehadert, ob wir – als passionierte „Daheimflieger“ – wirklich auf die Südalpen ausweichen sollen, oder ob unser Stoder nicht doch noch einen Top-Flug zulässt.
Noch vor dem letzten Alptherm-Update hatte ich mich mit Max, Peter und Drusi beraten und dann doch zugunsten der Grente entschieden. Und diese Eingebung war goldrichtig: früh einsetzende Thermik, eine Basis, die grade recht für unsere Streckenführung mit anstieg, kaum Wind, perfekte Cumuli, viele Wolkenstraßen – kurz: ein Bilderbuchtag! Leider mit einem kleinen Manko am Schluss: dem feuchten Süden…

Unsere Flüge vom 17.05.2017 zum Nachfliegen im virtuellen Doarama-Relief:

Nach dem Start um 9:20 Uhr passte wirklich alles: bis zum Staller Sattel arbeiteten wir gut im Team. Dort hatte ich etwas mehr Glück und fand 2 gute Aufwinde, die noch dazu mit einem 10er-West- (und somit Rücken-)Wind mich problemlos ins Defereggen-Tal schoben. Ab da ging’s bei leichtem Süd unten und leichtem Nord oben zügig Richtung Großglockner, wo ich um 12 Uhr meine Wende setzte.

Flog ich vom Staller Sattel bis zum Staller Sattel alles allein, konnte Max mit guter Spur endlich zu mir aufschließen. Ab dem Antholzer-Tal bretterten wir mit unseren Zenos zügig Richtung der noch immer 60km entfernten Wende im Ridnauntal, wo wir trotz gewaltigen Schneeaufkommens uns bis ans Becherhaus mogeln konnten. Kurios dabei: über dem tief-verschneiten Riesenareal hatte es gar keinen Wind – auch keine katabatischen Gletscherwinde… So glitten wir hands-off bis tief rein bis zur Hütte, die wir bereits um 15:15 Uhr erreicht hatten! Echt früh…

Zurück ging’s dann wieder zügig unter perfektem Wolkenbild. Doch der Blick weiter in den Süden verhieß nichts gutes: Wolken fast überall, wo die Sonne reinknallte. Durch die starke Inversion um 5000m war das vertikale Wachstum zwar verhindert, jedoch machten sich die Cumulanten halt dementsprechend darunter breit.

Nichtsdestotrotz hielten Max und ich voll darauf zu, unser Glück probierend, dass wir die immer wieder durchscheinende Sonne nutzen würden können. Trotz etwas zäherer Lüsen hatte ich diese bereits um 16:50 Uhr erfolgreich hinter mir gelassen. Max musste dort noch etwas länger rumbasteln…
Bis dahin waren wir aber grandios unterwegs und hatten trotz des langsamen Starts über 30km/h Schnittgeschwindigkeit!
Ich sah die Chance, durch den immer größer werdenden Schattenbereich bei Olang durchzustechen und mich in das Sonnenfeld nördlich vor dem Kreuzkofel zu platzieren. Das klappte trotz des strammen Südwinds halbwegs gut, aber ab dem Kreuzkofel war es dann eine reine MinimumSink-Partie…
…die letztendlich ihren Tribut forderte. Ich schlich mich zwar noch in den FAI-Sektor und zurück, hatte jedoch an der Letzten Ridge vor dem Endanflug die letzten 150 Meter nicht mehr erkurbeln können. Somit schaffte ich es nicht mehr über den Sattel bei Olang (neben dem Kronplatz) zu springen und war gezwungen hinten um den Kronplatz rum bis 10km südlich von Bruneck zurückzurodeln. Sehr spannend – bis zum engen, windig-turbulenten Landeplatz.

Geiler Tag, am Schluss etwas Pech, aber dass es trotz der Abschirmungen überhaupt so weit ging war genial!

Weiter geht’s als Foto-Story per Klick auf die Panorama-Bilder unten, das die insgesamt 51 (!) Bilder in 3 Teile aufsplittet. Speziell die Xtrabreit-Bilder hab ich mit einer Auflösung von 2500px hochgeladen -> reinzoomen lohnt sich *g*…

Lessons Learned:

  • Alptherm war perfekt, der Deckel oben drauf verhinderte Überentwicklungen
  • evtl. hätte ich mich an der Ridge nördlich vor dem Kreuzkofel noch so lange einparken können, bis die Sonne wieder UNTER der Wolkendecke durchscheint. Genau als ich gelandet war begann sie durchzuscheinen

One Response

  1. herbert warth sagt:

    einfach genial was heutzu tage mit Gleitschirm möglich ist und das gelingt wohl immer mehreren PILOTEN ,das können hat sich in den letzten jahren kontinunierlich verbessert,leider hat das drachenfliegen sehr abgenommen,viele sind umgestiegen ich auch.Schuld daran ist sicher der erhöhte Aufwand im bezug Transport

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