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26.03.22: 205km von Meduno/ITA nach Trautenfels

PROLOG

Es war wirklich ein Hammer-Spätwinter in den Ostalpen. Ein Omega-Hoch hatte uns seit ca. 2 Wochen fest im Griff und bescherte nebst Frühlingstemperaturen staubtrockene Böden, die in Kombination mit der Sonneneinstrahlung schon super brauchbare Thermik ergaben – zumindest wenn sich kein Saharastaub darunter mischte. Drei wundervolle Frühlingsthermik-Tage hatte nicht zuletzt auch der DHV in Aussicht gestellt – mit „sehr starker Frühjahrsthermik“.  Aufgrund der höheren Flugstunden-Ausbeute etwas schweren Herzens den traditionellen Liga-Saisonauftakt am Bischling zugunsten des Entlangbretterns an der so hoch geschätzten ersten Kante der Südalpen geopfert: Also auf nach Meduno, den im Herbst ausgefallenen Vereinsausflug mit den Mojos nachholen!

Tags zuvor noch den Liezener Homestone mit einem kleinen 56 km Flug eingeweiht, bevor mich die Klochn-Schlange am Grimming bei Trautenfels runter spülte. Doch Jörg und ich machten das Beste draus und wenn schon mal in Trautenfels, dann gleich ins Fischrestaurant, um dem am besten zubereiteten Saibling des Ennstals die Ehre zu erweisen. 

Freitag:

Am nächsten Tag war ich bereits um 6 Uhr früh wieder in Trautenfels, um mit meinen Mojos gemeinsam die Reise Richtung Süden anzutreten. Nach gewohnt kurzweiliger Reise im Vereinsbus kamen wir kurz vor Mittag am Startplatz an. 

Der erste Tag in Meduno hatte nichts von der gemütlichen meist etwas stumpfen Thermik, sondern ein Stakkato aus Gezupfe und Gezerre am Schirm aus gefühlt allen Richtungen. Es war es wirklich ultra bockig. Anstatt mich entspannten Toplande-Orgien hinzugeben, habe ich mich entschieden bereits nach einer Stunde landen zu gehen. Wir fuhren dann am Abend noch mal hoch, um dem klassischen Abend Glass-Off zu huldigen, der dort einschlafende Thermiktag ist wahrlich immer wieder ein Hochgenuss! Aber was wird das wohl die nächsten Tage wo der DHV-Volker noch stärker werdende Frühlings-Bedingungen angesagt hatte…

Foto-Story zur Hauptkamm-Querung:

Samstag:

Es war spät. Und es kam überraschend. Des Werners reger XC-Geist hatte uns während der Auffahrt zum Startplatz in Meduno mit einer grandiosen Idee überrascht: „Wir könnten bei diesen Bedingungen versuchen, von hier aus nach Hause zu fliegen!“ Vollkommen unvorbereitet gab ich hastig am Startplatz noch zumindest ein paar Wendepunkte in mein Naviter Oudie ein. Durch meine über die Winterpause etwas eingerosteten Wendepunkt-Eingabefähigkeiten konnte ich mich erst in die Lüfte schwingen, als kaum jemand mehr am Startplatz war: Startzeit kurz vor 11 – entspricht 12 Uhr Sommerzeit und jeder Flugschüler schon fesch in der Luft – na klass!
Doch Werner wartete geduldig in der Luft, bis ich mich zu ihm aufschwingen konnte. Mit der nächsten Pumpe, die uns beide auf nur rund 200 Meter über Grat hievte, begannen wir uns auf den leichten Südwind draufzusetzen und glitten zum westlich gelegenen Monte Cereis – unser XC-Abenteuer hatte begonnen…

Unser Premieren-Ritt vom Sa., dem 26.3.22 zum Nachfliegen im virtuellen Ayvri-Relief -> hier klicken für Vollbild-Show:

Video: Live-Impressionen ab dem Grenzübertritt nach Österreich

Die heutige Flugspur:

LESSONS LEARNED:

Wetter:

  • Nur weil es an der Südkante der Alpen etwas Südwind hatte – heißt das für den Alpenhauptkamm gar nix, so waren wir beide ob der Stärke des Nordwinds überrascht – ich sowieso, da ich das Wetter gar nicht gecheckt hab -> „Wie fliegen ja eh nur an der Kante und maximal vielleiecht nach Slowenien“ -> immer die Gesamtwetterlage und v.a. den Wind checken
  • Was für ein Hammer-Tagerl! Thermisch aktiv, hohe Basis, nicht allzuviel Wind – einziger Fehler: Viel zu spät gestartet. Wenn wir das am Vortag besprochen hätten, wären wir aber auch eine Stunde früher auf den Berg gefahren – und auch Werner wahrscheinlich so noch „über den Berg“ gekommen…

Taktik:

  • Super, dass Werner a Anfang gespurt hat – is bei Neuland immer super zu zweit. Für effizientes Fliegen und Kurbeln sowieso – ganz zu schweigen von den einzigartigen „Momenten zu zweit“ 😉
    Freude ist ja bekanntlich das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt!
  • War eine super Entscheidung, direkt zum höchsten Bummerl vor der Hauptkamm-Querung zu fliegen und es von dort aus zu probieren – und auch konsequent zur Basis aufzudrehen. 150m tiefer und die Nord-Düse am Malta-Stausee hätte auch mich gefressen. Auch, da die Zeit schon fortgeschritten war. Zeitpunkt der AHK-Querung 15:15 Winterzeit – bei den kurzen Tagen eh schon spät…
  • Wegen eventueller Umkehrthermik in Öblarn auf die Fahnen achten

One Response

  1. Mathias Lich sagt:

    Geil

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