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04.08.18: Mit PWC-Guns zu 283km vom Stoder im August

Nach starken Zweifeln an der Tagesqualität (Hitze, feucht-labil mit Chance auf Überentwicklungen, NO-Wind) war ich mir nicht sicher, ob ich eine klare Empfehlung für den Stoderzinken an die slowenischen PWC-überflieger und Weltrekordhalter Primoz Susa und Tilen Ceglar geben kann. Erst als sie sagten „We will come anyway“ und ich die Wind-Messwerte am Stoderzinken sah war es fix: ich würde es ein letztes Mal in dieser Saison vom XC-Homestone aus probieren – „Könnt ja sein, dass es trotzdem gut is….“ 🙂

Unsere Flüge vom Sa., dem 4.8.18 zum Nachfliegen im virtuellen Doarama-Relief:

Wetter:

Kurzweiliges Tour-Video von Primoz Susa

Unsere Spuren aus der Sicht von Tilen Ceglar

Hatte tags zuvor die Morgen-Alptherm-Prognose für den Samstag noch passabel ausgesehen, wurde diese am Abend und in der früh dann deutlich nach unten korrigiert. Offensichtlich hatte dieses Modell die Regenfälle des Vortags (zu?) stark gewichtet.
XCSkies und Meteoparapente sagten auch relativ feucht, nur die ZAMG-Niederschlagsprognose sagte tatsächlich nur vereinzelt Gewitter voraus. Zudem kam dazu, dass auch auch Lucian Haas‘ Blog ein passender Beitrag zu finden war, in dem erklärt wurde, warum es trotz langanhaltender Hitze noch immer gute Thermik geben kann. Die Hoffnung auf

  • den Stabilisierungsdeckel
  • der wenigere Nordost-Wind
  • die Anreise der Slowenischen PWC-Mitstreiter Tilen Ceglar und Primoz Susa, sowie Hans Tockner
  • der Umstand, dass wir ohnehin nächste Woche auf Familienurlaub fahren
  • und wieder mal die aktuellen Windwerte der Stoderzinken-Wetterstation

haben schlussendlich den Ausschlag gegeben, es heuer ein letztes Mal vom Stoderzinken zu probieren.

Während Hans Tockner mit 2 Kärntner Mannen bereits um 7:30 Uhr per Taxi auf den Stoderzinken fuhr, traf ich mich mit Tilen Ceglar und Primoz Susa bei der Flugschule, um mit deren Bus komfortabel zum Parkplatz chauffiert zu werden. mit von der Partie war noch Somi, der sich extra Liga-frei genommen hatte, um ebenfalls was Großes von zu Hause aus zu probieren. Oben angekommen, war die Luft zwar etwas diesig, aber es wehte ein konstantes Lüfterl von Ost – keine Spur von störendem Nordwind; das könnt was werden!

Somi startete bereits super-optimistisch noch vor 10 Uhr in den Tag – und drehte auf! Ich selbst machte mich entspannt startklar, ist doch das wichtigste Kriterium der Rossbrand, der im Hochsommer zu früher Zeit ein hohes Absaufrisiko birgt. Primoz und Tilen folgten Somi wenige Minuten später. Als ich mich kurz darauf startklar machte, folgte eine Verkettung von Widrigkeiten, die mich in Summe erst EINE HALBE STUNDE SPÄTER starten ließ:*bitter*

Beim Einhängen das vorbereitete Garmin Inreach nicht gefunden. Alles auspacken. Nix da, war seitlich ins Gurtzeug gefallen. Alles fertig anziehen. Einhängen. Startklar. Vorbereitetes Uritape verloren. Alles ausziehen. Alles anziehen.
Start. Aufgezogen. Ostwind drückt Schirmdrittel nach unten. Safety first: Start-Abbruch. Helfer tragen netterweise den zerknüllten Schirm retour. Schlaufen dabei unabsichtlich einen Schirmseite durch die Leinen. Handschuhe ausziehen. Aushängen. Entwirren. Schaut gut aus. Einhängen. Handschuhe anziehen. Aufgezogen. Noch immer eine Seite verflochten. Handschuhe wieder ausziehen. Aushängen. Ausschlaufen. Wieder alles einhängen. Handschuhe anziehen. Starten. Durchatmen. 😜

Wann ich das mal lernen werd, um 10 Uhr FIX & STARTFERTIG parat zu stehen?!?

Nach dem Start um 10:30 Uhr gab’s nebst Funkspruch an die Jungs „I am afraid, I won’t be much of a help on the first leg. I just started“ also nur eine Devise: Ohne Schnörkel (=ohne Wendepunkt raussetzen) Vollgas den Jungs hinterher, wollte ich nicht diesmal auch wieder die Strecke allein runterhobeln…

Foto-Story:

Die heutige Flugspur und der Zwischenstand in der Streckenflug-Staatsmeisterschaft:

Lessons Learned:

Wetter:

  • Wie sagte Werner Luidolt einst über Alptherm: „Schwach ist das neue Gut“
  • Wenn es wenig Wind hat, gehen!

Taktik:

  • Wenn man früh startet (zu früh für Rossbrand) Wende direkt an den Kammspitz legen
  • Wenn nach dem Retourqueren nach A durch Ostwind alles abgeschattet ist. Bart an der Hauptkette nehmen
  • Am Gurnwandkopf bei NO-Wind den Bart im Lee beim Holzschlag nehmen. Luvseitig ist alles zu schwach
  • Wieder PWC-Piloten auf den Stoder einladen 🙂
  • Ganz neue Erkenntnis: wenn es keine Chance mehr auf Sonnenthermik gibt und es hat Gegenwind und Nullschieber im Gas -> raus aus dem Gas -> dann gewinnt man sogar Höhe bzw. kann die Gleitzahl noch deutlich strecken, man muss ja nicht mehr schnell sein, sonder „nur mehr“ möglichst weit kommen – ohne Herumspielen mit der Gleitzahlanzeige bei verschiedenen Gaseinstellungen hätte ich den Einfluss in dieser Größenordnung nicht für möglich gehalten…

Sonst alles top – keine echten Baustellen und ein Schnitt über 30 km/h 🙂

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