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16.07.07: NC-Liga: 3. Bewerb – Gastein Open 2007

16.07.07: NC-Liga: 3. Bewerb - Gastein Open 2007

NC-Liga: Gastein Open 2007

3. NC-Liga Bewerb Gastein Open 2007 16.-17.06.2007 (2 Tage):

Krankheitsbedingt hab ich den Bischling Cup leider ausfallen lassen müssen. Richard Söser hatte dort wieder ne super Performance abgeliefert und schob sich so an die Spitze der NC-Liga-Wertung nach den ersten 2 Rennwochenenden. Motiviert durch diesen Rückstand und nicht zuletzt meinen tollen Loser-Flug (bei dem bis auf´s Wetter alles gepasst hat *g*) freute ich mich enorm auf den diesmal im Gasteinertal ausgeschriebenen Bewerb. 2 Tage lang hieß es diesmal die von Gerhard vorgegebenen Tasks zu bewältigen. In des NC-Papsts Bruno heimischen Gefilden waren für Samstag noch durchwachsene Verhältnisse und für Sonntag gut nutzbares Rückseitenwetter prognostiziert…

Details

Stubnerkogel

  • Land Region:  Salzburg, Gasteiner Tal
  • Startplatzhöhe: 2440m
  • Höhendifferenz: 1340m

Infos unter:

unsere Flüge

zum Downloaden & Nachfliegen:

Eventberichte: Gerd, Lavanttaler GS-Kampfpiloten, Spirit of the Sky
Resultate: ÖSSM

Die Story:

Tag 1: 1. Task: 54km Freie Strecke (6 Wendepunkte, 1 Talquerung)

Gerd war erneut schon am Vorabend angereist, um sich mental einzustimmen. Ich selbst stiess erst am Samstag Morgen dazu, da die Wetterprognosen nicht unbedingt auf Hammerverhältnisse hindeuteten. So trudelten wir beide erst kurz vor 10 Uhr am Registration Desk ein, was uns auch prompt nen Satz heisse Ohren von Rennleiter Gerhard einbrachte. Kaum registriert und einige Flight-Mates begrüßt, ging’s per Bus in Top-NC-Besetzung zum Stuberkogel-Bähnle. Endstation Basis hieß es bereits beim Seilbahn-Exit – genug Zeit also, mit den Jungs nach der langen Zeit die zuletzt bestandenen Flug-Abenteuer auszutauschen.
Am Startplatz wies uns Bruno als Parade-Local in „sein“ Fluggebiet ein und zeigte uns die zuverlässigen Bärte. „Die gehen immer“ ( – wenn die Sonne scheint… Anm. d. Red. *g*)
Ein paar Freiflieger drehten schon brav auf, als das Startfenster aufging. Gerd und ich zählten (gemeinsam mit den Lovntolan) zu den Letzten, die raus gingen. Diesmal hatten wir auch net wirklich Stress, da es rundum abgeschattet war. Just als wir beide Startbereit waren machte sich Druide Drusi in der NC-Chronik endgültig unsterblich: ER fand 500m vor der Kante nen Bart, der zuverlässig und sanft mit ca. 1m/s nach oben zog. Jeder, der noch halbwegs Höhenreserve hatte, stürzte sich auf diesen Rettungsanker und tankte dort einige hundert Höhenmeter.
Gerd gab mir in 2500m per Funk dann Bescheid, dass er es riskieren würde und zu den Spitzenleuten aufschließen wolle: Ein kleiner Sonnen-beschienener Hang gab Grund zu berechtigter Thermik-Hoffnung. „I geh mit“ krächzte es aus Gerds Lautsprecher und nach 2 weiteren Kurblern schloss ich zu ihm auf und überholte ihn dann sogar. Ich sah nämlich, dass der Sonnenfleck vor uns langsam aber sicher davon zog. So kam es auch, dass wir das erste Mal im Spitzenpulk mit flogen.
Umsonst, wie sich zeigte, da wir keine 10 Minuten drauf mit den Liga-Cracks am schönen Bad Gasteiner Talboden gestrandet waren: Der Talwind hat unser Weiterkommen behindert und uns hinter nem Grat zusätzlich nach unten gedrückt…
Wäre nicht so ein Problem gewesen, hätte nicht 5 Minuten nach unserer Landung das halbe Tal blau aufgerissen. Wir hatten zumindest die besten Plätze, um auf die Überflieger, die geduldig auf diese Riesen-Lücke gewartet hatten, neidvoll empor zu lugen.
Ich war ziemlich angepisst und haderte mit mir derart, dass ich mir schwor – zumindest heuer 😉 – nie wieder bei den Allerersten dabei zu sein. Wie konnte ich nur Brunos ersten Leitsatz vergessen „Ins Ziel kommen ist oberste Priorität“!?
Bis der Rückholer uns abholte konnten wir noch einige Jungs – auch NCler! – sehen, wie sie sich Meter für Meter Richtung Landeplatz vorwärts kämpften. Tom und Miran waren für uns zu identifizieren – und da war noch ein Vulcan-Pilot ;-): Herbert Auberger – Gratulation zu DER Leistung mit nem etwas angegrauten 2er! (Im rechten Bild ganz links)Der Frust saß anfangs noch tief, war aber im Kreise der Jungs dan doch wieder schnell verflogen…(beide Fotos: Miran Kreuzer)
Indes wieder am Landeplatz, versuchten sich einige Floßlandewillige an der 3x2m großen Holzpritsche.Die meisten bombten mit Special Moves in den Gasteiner Badesee…
Nur einer hat’s geschafft und setzte eine perfekt getimte Punktlandung auf das von den nächsten Regenschauern bedrohte Floß…
Waghalsige BASE-Jumper und einige Acro-Pros – allen voran Xandi Mehschuh – sorgten für mächtig Air-Fun am Gasteiner Regenhimmel. Das Debriefing war für 21:00 Uhr angesetzt. Genug Zeit also, um mit der Lovntola-Kampfflugkonnäkschn auf Pizza und Bier einzukehren.Beim Debriefing wurden dann die Flüge der Tagesbesten analysiert. Rudi Untermoser und Schalber Alex finishten den Task sogar. Auberger Herbert und Höller Tom waren die bestplatzierten NCler mit 40km. RESPEKT!
Als teilnehmende Piloten hatten wir „VIP-Zugang“ zum angeschlossenen Bierzelt, wo Gerd und ich den Frust bald übers Urinal entsorgt hatten. „Morgen is a neicha Tog und heit wird amoi gfeiert!“.
Auch Richard Söser war diesmal bei den Zwischenfeierlichkeiten dabei und bewies auch am Bierzeltparkett erstklassige Standfestigkeit. Mit dem Austausch von Flieger- und Lebensgschichtln und einigen Cola-Rum ließen wir Tag 1 in den frühen Morgenstunden ausklingen…(Foto links: Miran Kreuzer)


Tag 2: 2. Task: 50km Freie Strecke
(8 Wendepunkte, 3 Talquerungen)

Nach nur 5 Stunden Schlaf weckten mich die Sonnenstrahlen in dem kleinen aber gemütlichen Zimmer in der Pension Bader. Richtig: SONNE – und das Tal frohlockte mit azurblauem Flughimmel!
Die kleine Dummbirne und der Bierzeltparty-Odeur machten ne Dusche unumgänglich. Mit wenig verbesserter Befindlichkeit machte ich mich über’s Frühstück her und nach Check des lokalen Wetters dann auf Richtung Race Office…

20km/h Süd-West veranlassten Gerhard und die übrigen Task-Setter dazu, auf das Fulseck auszuweichen. Ein typischer Nachmittagsberg – aufatmen: Das kam mir und meiner Verfassung extreeem entgegen. *g*Der Startbereich war mit reichlich Strohfläche austapeziert. War sicher gut gemeint – und für Drachen auch zielführend. Die Leinen erwiesen sich leider auch äusserst dankbar in der Aufnahme von Heu in allen erdenklichen Geflecht-Varianten. Jeder dritte Pilot hatte mit kleineren Verhängern nach dem Start zu kämpfen. Am spektakulärsten ging Stephan Wirgler mit seinem Axis Mercury raus: Ein großer Teil der linken B-&C-Ebene waren ineinander verhakt. Kostete ihn etwa 5 Minuten und einige massive „Harfenzupfer“, um das Gerät wieder in seine Konstruktionslage zu bringen – er war dennoch vor mir wieder an der Basis :-oMit mir reisten auch 4 dieser blinden Passagiere mit ins Ziel – war nur Leistungs- aber net Sicherheitskritisch *g*
12:45 Uhr ging das Startfenster auf und um 13:30 Uhr konnte das Rennen ca.5 km vom Fulseck entfernt in Angriff genommen werden. Ein besseres Timing hätte ich kaum haben können: 2 Minuten vor Einflugerlaubnis hatte ich meine Maximalhöhe erreicht und harrte am Rand des Startzylinders auf das Startsignal meines GPS – und mit mir ca. 40 weitere Piloten rund um dieselbe Cumulus-Wolke. Ein fantastischer Anblick: zu schade, dass ich nicht den Mumm hatte, bei all dem Gewusel meine Kamera zu ziehen und draufzuhalten. Is echt immer der coolste Moment bei nem Task – mit all den Protos…
Nach dem Start stachen wie immer alle schnurstracks auf die erste Wende hin. Bald danach begann sich das Feld stark zu zergliedern. Einige wählten die weitere Hanglinie, einige (wie ich) die direkte mit etwas mehr Saufen. Apropos S-Wort: Ich brauchte an dem Tag annähernd ne Stunde Airtime, bis ich mich echt nur auf’s Fliegen konzentrieren konnte: Die Alk-Partie gestern hatte deutliche Gräben in der Magengegend gezogen…Ich hatte dennoch Glück und konnte bereits oberhalb des Fulseck wieder in den nächsten Bart einsteigen. In dem ging’s rauf bis an die Basis – und danach ab Richtung Gamskarkogel.
Gebrandmarkt durch den gestrigen Absaufer, flog ich wieder meine konservative Linie: Hoch, Hoch, Hoch; denn von meinem GPS prangt seit dem Vortag in dicken Lettern: DURCHKOMMEN! („Gegen das Vergessen“) *g*So drehte ich auch vor der Querung an die Westseite des Tales wieder bis an die Basis auf. Das war dann auch der Knackpunkt, an dem die anderen etwas Pech hatten: Hatte ich bei der Ankunft an der Westseite noch genug Höhe, um über dem vorgelagerten Kamm in die schwache Thermik einzusteigen, waren die anderen in der großflächigen Abschattung zu dieser Zeit an dieser Stelle gefangen.
Ich fackelte nicht lang und flog ca. 100m hinter Stefan Brandlehner wieder Richtung sonnenbeschienener Ost-Seite des Gasteiner-Tals. Er hatte mich bereits zum 2. Mal an diesem Tag in der Thermik stehen lassen als ob ich einen um 10 Zellen kleineren Flügel hätte. Mann, der Trango 3 steigt echt hammermäßig!
Zurück auf der Ostseite zeigte Christoph Eder mit seinem Airwave Magic FR3 Stefan und mir nen super Bart, der uns schnell wieder Richtung Basis hievte.
Wieder Basishöhe gemacht zeigte mein GPS ein erforderliches Gleitverhältnis bis ins Ziel von 1:7. Sollte mit meiner Hausfrauen-Boomse gut machbar sein, stand doch auch gestern der Talwind in Richtung Landeplatz. So ging’s auch prima ins Tal raus zum vorletzten Wendepunkt nach Wieden (siehe Foto links: Blick Richtung Norden ins Pinzgau) und ich machte es mir für nen easy Endanflug im Halbgas gemütlich. Wie das Tracklog jedoch zeigt, sank ich mittlerweile im Tal mit über 7 m/s und der Gegenwind ließ auch halbbeschleunigt kaum mehr Vorwärtsfahrt als 15 km/h zu. Die vor mir Liegenden arbeiteten sich konturnah und sehr mühsam zum letzten Wendepunkt an der Poserhöhe vor. Ich sah meine einzige Rettung auch am Hang des Ostgrats gelegen, hatte ich doch binnen weniger Minuten über 1000 Höhenmeter vernichtet.
Das war für mich auch die größte Mut-Passage: Der „vermeintliche Talwind“ blies mit ca. 35-45 km/h. An ein Vorwärtskommen im Trimmspeed war nicht zu denken. Also rein ins Gas. Mit viel Bedacht, hatte ich doch die halbbeschleunigten Klapper von der Emberger samt deren Folgen noch in guter Erinnerung.„Ich park hier, bis einer der Liga-Cracks kommt und mir zeigt, wie’s da vorne aussieht!“ Dacht’s und wartete, bis ein Airwave Pilot an mir vorbei zog. Ich ließ ihm ca. 200m Vorsprung und flog mit voller Konzentration im Halbgas nach. Zu meiner Überraschung war der Wind zwar extrem stark, aber relativ laminar und ließ sogar durchwegs Höhengewinn zu!
Am letzten Wendepunkt wäre dann noch ein Spitzenbart gestanden. „Nix da! Sicher den Task beenden und landen gehen“. Auf den letzten Metern nahm mir dann Richard Edlinger auf seinem Magic FR3 dann noch einen Platz ab. Aber hey, was soll’s?! ÜBERGLÜCKLICH, den für mich sehr selektiven Task überhaupt beendet zu haben, stand ich um ca. 16:00 Uhr am Boden. Das Hoserl leicht durchgeschwitzt… ;-)Im Bild links sieht man noch nen Heli-Takeoff, den ich in ausreichend Sicherheitshöhe abwartete.
Auf Erkundigung bei den Locals war der „Talwind“ die Südkomponente des überregionalen Winds, die über der vorgelagerten Ridge ins Gasteiner Tal stürzte. Aha…
Mann, war das ein Task! Ging alles glatt – und entschädigte für die Schlappe vom Vortag. Was sich auch in Punkten ausdrückte. Mein Finish brachte noch mal 688 Punkte, was mir nicht nur den Tages- sondern auch den zweiten Bewerbssieg beim zweiten Antreten einbrachte – FANTASTISCH!!!Auch in der allgemein zugänglichen Serienklasse hat mich nur Stafan Brandlehner auf Platz 2 verwiesen. Und das voll verdient: nahmen er und sein Trango3 mir doch konstant auf jedem Meter des Tasks wertvolle Höhenmeter und Sekunden ab. Ein echt exzellenter Pilot!
Die offene Klasse entschieden die altbekannten Liga-Führenden für sich Alex Schalber, Thomas Brandlehner und Richard Trümel. Heli Eichholzer, der den Bewerb am Sonntag zwar gewann, konnte sich im Gesamtklassement doch nur auf Platz 5 einordnen: Die arbeitsbedingte Absenz am Vortag kostete ihm einen möglichen Gesamtsieg. Helis Siegerzeit an diesem Tag betrug 1h45min30s – somit lag ich ne gute halbe Stunde hinter den Profis. Liegt für mich absolut im Rahmen…
Die NC-Ligisten hängten sich nochmal ordentlich aus dem Fenster, um von den Champs ein paar Shots für’s Privatalbum mitzunehmen. Danach zerstreuten wir uns wieder in alle Himmelsrichtungen über Österreich bis zum nächsten Zusammentreffen in 2 Wochen in Lienz beim Osttirol Open 2007.Der Sonntag war dann doch noch für die meisten ein toller Flugtag – besonders für mich natürlich. Konnte ich doch die alten Häfn vom 25m Brustschwimmen in der Volksschule endgültig entsorgen und gegen die heute fast gleich hart wie damals verdienten Gleitschirm-Pendants austauschen.War alles in allem wieder a geiles Flugwochenende mit Wut-, Suff-, Adrenalin- und Endorphin-wallungen. Verdammt viel Leben in 2 Tagen…
Hast Du bis hier hin durchgehalten? Dann würde sich mein Gästebuch extreeem über eine kleine Wortspende freuen! *ggg*

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