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01.05.12: 105km FAI – vom Sender übers Ennstal bis nach Sattledt

01.05.12: 105km FAI - vom Sender übers Ennstal bis nach Sattledt

105km FAI – vom Sender übers Ennstal bis nach Sattledt

Das erste ü100er FAI der Saison! Ließ schließlich lange genug auf sich warten… Verwöhnt vom frühen Saisonstart des letzten Jahres scheint es fast, als käme feines XC-Wetter 2012 in den nördl. Ostalpen nicht wirklich in die Gänge. Not macht in diesem Fall … tugendhaft! *g*
Einmal mehr motiviert durch Bodenlos-Obmann Drusi doch in heimischen Gefilden zu bleiben und hier gemeinsam auf Strecke zu gehen, trafen wir uns um 9 Uhr beim Bus der HPGC Garstnertaler. Mit dabei unser neues Clubmitglied Ralph Deleja-Hotko.

Am Vortag noch schnell die Routenplanung für ein „140er-Sender-FAI bei stärkerem Südwind“ ausgetüftelt mit den Wendezeiten: Spering 12:00 Uhr; Buchauer Sattel 13:30 Uhr; Bereich Grimming/Kammspitz 16:00 Uhr und Landung nach 18 Uhr möglichst weit im Norden in den Flats – dort war ich unter’m Schirm hängend ja noch nie…

Details

Sender Kleinerberg
  • Land Region:  AUT, Oberösterreich, bei Windischgarsten
  • Startplatzhöhe: 1280m
  • Höhendifferenz: 660m

Infos unter:

unsere Flüge

unsere bodenlosen Flüge (zum Downloaden & Nachfliegen):
  •  Lex (105km FAI; 147 Pkt)
  • Ralph (41km, 41 Pkt)

Die weitesten Flüge vom Sender aus: auf XC-Globe

Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI Gemeinsam mit uns vier Bodenlosen waren mit Hutsch und Andi Schreilechner zwei Altvordere der Szene und somit Flieger-Routiniers dabei. Die Bedingungen waren bereits bei der Ankunft am Startplatz gut – eine schöne Brise aus Süd stand konstant an. Dennoch warnte Hutsch vor allzu frühem Start, da dies am Sender oft trügerisch sei…
Um halb 11 kamen dann die ersten Bummerl und es hielt uns dann nicht länger auf dem Schotterplatz. Pünktlich um 11 zog ich dann als erster die Tüte auf und nach kurzen rumsuchen war der Hausbart gefunden: Etwas vorgelagert ging’s südlich des Senders bereits zuverlässig auf 2200m hoch und der Südwind schob mich ohne Schnörkel direkt an die…
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI …noch „blauen“ Südflanken des Sengsengebirges. Wie erwartet ging es relativ unkompliziert mit Schiebewind Richtung Spering. Die dort bereits stark SO-Wind versetzte Thermik ließ mich bereits etwas früher als geplant am ende des Gr. Sengs-Aufwindes wenden – wie im Tracklog schön zu sehen ist, hatte dieser Bart bereits enormen Windversatz (ca 30° ggü der Horizontalen!) und es schob mich im Bart 1km weiter Richtung Schillereck – somit gleich dort gewendet (Bild rechts)…
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI …und den Ritt zurück angetreten. Dabei war dann das erste Mal zu erleben, was es heute heißen sollte „gegen den Wind“ Kilometer zu machen: Obwohl mental darauf eingestimmt, waren bereits die ersten „Na, bitte net!“-Absauf-Befürchtungsmomente dabei.Mit Halbgas gings via die trocken-grauen Ridges von Brettstein und Hagler mit möglichst langen Gleitpassagen gegen den Wind retour Richtung Giereranger, der heute den einzigen kaum Wind-beeinflussten Bart zu bieten hatte.
Im Bild links Drusi am Sengsengebirge. Er bekam von Andi diesmal nen MacPara Marvel geliehen. Rechts der Anflug retour Richtung Sender, bevor es endgültig für mich ins XC-Neuland ging: der Flug via Hengstpass zum Buchauer Sattel
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI Irgendwie schaffte ich es nicht, mich aus dem unteren Stockwerk nach ganz oben raufzuarbeiten und so musste ich gegen den immer mehr an Ost-Komponente gewinnenden Südwind Relief-nah rumturnen – schaut im Tracklog-Reinraum gar net so wild aus, ist aber in natura durchaus „spannend“ hier immer wieder von der Lee-Seite her kommend tief einzusteigen…Trotz des gefühlt langwierigen Rittes zum Buchauer Sattel war dieser genau pünktlich nach Zeit-Plan erreicht und ich konnte mit sicherer Höhe zum Ost-Einstieg in die Haller Mauern vorgleiten…
Im Bild links Anflug von WNW auf den Buchauer Sattel – zur Basis konnte ich dort nur neidvoll raufschauen…
Bild rechts: an der Dirndlmauer endlich in gutem Aufwind mit Blick Richtung O zurück Richtung Buchauer Sattel & Weng (rechts im Bild)
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI An der Dirndlmauer reichte dann meine Kurbel-Intelligenz aus, um nicht wieder den Lift zur Basis zu verlieren und so konnte ich mich wenig später um 14 Uhr das erste Mal an der Basis (Bild links) wähnen.
Die Freude und Erleichterung endlich mal hoch zu sein war deutlich spürbar und ich konnte das erste Mal so richtig das Panorama ausgiebig genießen.Trotz starker Thermik (die bekanntlich ja die Tendenz hat, relativ gerade nach oben zu stehen) hatte ich in diesem Bart noch immer 20km/h SSO-Windversatz…
Sender 105er-FAI …somit war gutes Vorhalten bei zumeist Halbgas angesagt. Den Plan, über die Plesch nach Liezen zu fliegen hatte ich schnell gekübelt, da er bei diesem starken Gegenwind unnötig tiefen Einstieg bedeutet hätte und es zudem Richtung W auch entlang der direkten Route gut aussah (siehe Bild). Am Bosruck hab ich mich dann nochmal unter die Basis gehängt und hab im Anschluss Richtung Heimatberge gequert.
Akkurat bei meinen geliebten Angern schien sich aber eine Winddüse von 40 km/h gebildet zu haben mit Böen, die nochmal gut 50km/h gewesen sein müssen, denn obwohl ich physisch rückwärts flog zeigte das Vario stellenweise zweistellige Werte an. Die nächsten 5km Richtung W bis zum Schafberg waren nur hochkonzentriert im Halb- bis 3/4Gas überhaupt zu meistern – bei leichter Windturbulenz dazu ein mehr als spannender Adrenalin-Cocktail…
Und schon stand die nächste Hürde vor mir: HINTER dem Tausing bei DEM Südwind vorbei würde sicher extrem sportlich werden und so versuchte ich halb soarend, halb kreisend so hoch wie möglich zu kommen bevor ich in sein Lee-Band kommen würde. Das gelang halbwegs aber an ein weiteres Vorankommen an der Ridge zum Hechlstein war nicht mal zu denken. So ließ ich mich ins Gnanitz-Tal nach hinten spülen und hoffte dort mit dem Prallwind soweit hoch zu kommen, dass ich mit Sicherheitsreserve ins Hinterstodertal zurückspringen würde können. Doch man musste erst mal in diesen Prallwindbereich gelangen…
(Auch mental) gebeutelt von Ups- & Downs sumperte ich zwischen „wie land ich hier bloß safe“ und „wo könnte noch was weggehen“ entlang der Sumperleiten rum (heißt wirklich so; welch Namensironie!!), bis ich mich entschloss mein Glück an dem einzigen erreichbaren Bergrücken an deren Westende zu probieren. Und ich erwischte tatsächlich den ersehnten Thermik-Brummer am Steileck: Mit selbst für meine Verhältnisse enorm enger Schräglage ließ ich den Bart auf keinen Fall aus und carvte so wieder Meter für Meter aus diesem Starkwind-/Lee-verseuchten Tal wieder Meter für Meter nach oben. Der Bart verbog sich nach oben hin zu weiter enorm Richtung N (30 km/h Windversatz beim Kurbeln!), was aber absolut in meinem Sinn war…
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI … denn so konnte ich das Salzsteigjoch in relativ guter Überflugshöhe von 400m über Grund passieren und so endlich ins Hinterstoder-Tal gelangen. Dort hatte es dann wieder eine stärkere O-Komponente und ich konnte mir reliefnah (Wind-Vor-Sonne!) einen Flugpfad Richtung Öttlberg bahnen, an dessen SW-Flanken die über dem Kl. Priel befindliche Wolke ablösen musste.
Und so war es auch *g* – erst jetzt war wieder ans Fotografieren und Filmen zu denken und Adrenalin wieder durch Endorphin zu ersetzen. Durch den Richtung W abgekürzten Schenkel lag ich ja wieder phänomenal in der Zeit und beschloss aber dennoch, dass dieser buttwerweiche Bart mein letzter Kurbler für diesen Tag sein sollte – als Lohn der Thermik-Mühsal davor quasi 😉
Bild links: Blick zurück ins Stodertal mit der Höss links im Bild
Bild rechts: Blick Richtung O auf das Sengsengebirge, wo ich clevererweise meinen 1. Umkehrpunkt gesetzt habe, um die 20%-Regal für geschlossene FAIs bestmöglich auszunutzen *g*
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI Auf dem Weg zur Basis machte ich kreisend bereits 5km Richtung N gut, flog auf Basishöhe 3600m ab und beschloss gemäß Plan nur noch gerade raus ins Flachland zu fliegen…
Drusi hatte mich noch gebrieft, dass es bei Südwind im Klauser-Tal lokal die heute schon erlebte O-Komponente hatte. War aber in meinem aktuellen Stockwerk nicht mehr von Relevanz und ich glitt über alle noch unter mir liegenden Bergrücken hinweg zum ersten Mal raus in die OÖ-Flats (Bild links)Bild rechts: was für ein Erlebnis in total ruhiger Luft mit bis zu 75 km/h im Trim(!) dahingeschoben zu werden
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI Ab 16 Uhr war unter mir praktisch nur noch Talgrund und ich genoss extrem, dass hier ohne Zutun Kilometer für Kilometer ins GPS-Taxameter flossen – und das bei DEM Ausblick auf das tief unter mir liegende Agrarland – WUNDERBAR!Ich flog noch etwas weiter rechts Richtung Kremsmünster, um den 20%-Sektor und den FAI-Sektor möglichst gut zur Deckung zu bringen und als ich auf Höhe Wartberg die FAI-Option für den heutigen Tag ausgereizt hatte peilte ich überhaupt gleich Wels an – frei nach Motto von ToyStory Space-Ranger Buzz Lightyear: „bis zur „Unendlichkeit und noch vieel weiter“ *ggg*Als ich dann auf Höhe Kremsmünster in tiefere Schichten sank (<2000m), war’s dann vorbei mit Schiebewind: es herrschte 10 km/h NNO vor?!? Was meine Gleitzahl von zuvor um die 20 wieder auf die üblicheren Werte um 8-10 drückte.
Sender 105er-FAI Sender 105er-FAI Somit war das nächste Ziel eine gute Ausgangssituation für eine möglichst reibungslose Heimreise zu schaffen, was bietet sich hier mehr an als direkt neben einer Autobahn-Raststätte einzulanden?Erst wenige hundert Meter über Grund entdeckte ich, dass hier sogar ein Mini-Hangar mit Windsack unweit der Raststation stand: ein Modellflugplatz!
Um 16:40 Uhr setzte ich auf dem frisch getrimmten englischen Rasen der Flieger-Verwandtschaft butterweich auf. Überglücklich… Was für ein Ritt – wieder mal…Und als ob ich nicht schon genug Glück für diesen Tag gehabt hätte, nahm mich auch noch eine Familie aus Rotenmann von der Raststätte aus bis DIREKT bis vor meine Haustüre nach Liezen mit *HansImGlück*Danke an beide Andis für´s Motivieren und Mitnehmen zum Sender, meinen Schirm für sein allzeitiges Offenbleiben und seine gute Wind-Penetration, sowie meine Schutzengerl, die heute einige Male mehr als nur ein wachsames Auge auf mich hatten!

Lessons Learned:

  • Wieder zu spät gestartet -> obwohl der Südwind um 10 Uhr schon gut anstand! Thermik war zur Startzeit um 11 Uhr schon sehr gut ausgeprägt -> nächstes Mal wieder ne halbe Stunde früher probieren *g*
  • CTRs auch weiter im Norden ins Navi rein. War einfach Glück & „Heimkomm-Sehnsucht“, ein paar hundert Meter neben einer Raststation und somit vor der TMA Linz zu landen… (hatte nun schon zum 2. Mal Glück -> siehe Sorica-Flug…)
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