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16.06.2006: Dune de Pyla – Barfuß-Soaring bis der Arzt kommt…

16.06.2006: Dune de Pyla - Barfuß-Soaring bis der Arzt kommt...

Dune de Pyla – Barfuß-Soaring bis der Arzt kommt…

Eine Rechnung galt es noch zu begleichen – und zwar eine, mit einer weit, weit entfernten Düne, die uns beim letzten Besuch ihre Befliegung versagte…

Knapp 4 Jahre liegt die letzte Semi-Kontinentalquerung von Liezen nach Arcachon (nahe Bordeaux/F) schon zurück. Um die Düne diesmal sicher in die Knie zu zwingen, holten sich Bäck und ich Verstärkung in Form des mächtigen Alpen-Wikingers Hans samt seiner Maid Michi und meinem heissgeliebten Gleitschirm-Startwunder & -Landehektikerin Birgit…

Details

Dune de Pyla

Die Story:

Bepackt mit allem, was in der Freizeit nebst Fliegen sonst noch Spass bereitet, gings am frühen Abend los Richtung Westen.Der Hänger machte spurtreu Speeds jenseits der 130 mit und das Interieur des Chrysler Voyagers glich beinah der Spielwiese eines 1-Sterne-Swingerclubs.
So ritten wir die erste Etappe bis nach Frankreich. Die Herren der Schöpfung wechselten sich beim (Bei-)Fahren ab, bis ich an der Reihe war…Gegen 5 Uhr morgens irgendwo zwischen Besancon und Lyon: Ein jähes Holpern riss die Schlafenden aus ihren Träumen. Mein erster Reifenplatzer war vollbracht!Das Chrysler-Patent ein Reserverad aufzubewahren konnten wir schon nach ca. 1.5 Stunden (mit Gewalt) entschlüsseln…
…sodass wir uns im LKW-Tempo zur nächsten Reifenwerkstätte aufmachten.Das Auftreiben einer solchen glich schon eher Josefs Herbergssuche als einem kurzen Boxenstopp – „Da Huemer is hoit ah net grod um die Eckn“.Gegen 7:00 Uhr war dann eine Reifenstation gefunden. Bis die jedoch Ihre Pforten öffnete, konnten wir uns getrost noch ein gemütliches Outdoor-Frühstück mit Croissants und Pizzaweckerl genehmigen.Hans war davon sichtlich angetan…
…und natürlich von seinem Schatzi – wie immer! *g*Nach weiteren 6 Stunden im nicht-klimatisierten Voyager erblickten unsere reise-strapazierten Augen gegen 16 Uhr endlich die heissersehnte Abfahrt Richtung Düne.
Zu fünft mieteten wir uns in ein 7 Mann-Häuschen am Camping Platz „Panorama Camping“ an der Düne ein – demselben, an dem Bäck und ich uns auch schon 3 Jahre zuvor einquartiert hatten…Den Windsack ausgepackt, war uns sofort klar: Heut Abend geht sich kein gemütliches Soarerl aus. „Macht nix – dann halt morgen, dasöm“…
So liessen wir uns das erste Abendessen gut schmecken und genossen den Sonnenuntergang an der Düne.
Der kitschig-schöne Sonnenuntergang gab mir super Gelegenheit, mich ausgiebig mit meinem Babe (und mit meiner neuen Kamera!) auseinanderzusetzen…So ging der erste Tag dann doch eher früh zu Ende – was uns nach dessen Ablauf ja nicht wirklich unrecht war…

 

Tage 2&3 – Warten auf Godot:

„Jo wo is da Wind hiazt?“

Ausser Aufziehübungen und die Düne runterlaufen mit kurzen *wennianbremsdannfliegi*-Abhebern war am zweiten Tag wirklich net viel drin 🙁

So packte Hans seine KTM aus und erklomm zum ersten Mal die Düne: Wenn sie si net im Flug nehmen lässt dann halt mit Flug-Sand, den’s hinten an den Stollen rausschießt.

Birgit und ich ließen’s da schon eher gemütlich angehen. Endlich mal vieeel Zeit füreinander – man beachte die Teints, die die beiden Enden der mitteleuropäischen Hautfarbskala schön zeigen!

kniffliges Ratespiel: Wer is der Hackler und wer der Lehrer? *g*

Auch Hans hatte schliesslich genug von der Warterei auf stärkeren Wind (es fehlten grad mal 10 km/h) und taufte seinen Pro-Feel mit beigefarbenen Sand zum Dünen-Schirm. Tschik-Löcher an der hinteren Unterseite Inklusive…

Den Tip zu diesem Mod bekamen wir von einem Fluglehrer der GS-Schule Aufwind aus der heimischen Ramsau. BIG THX! Damit war der Stress mit dem Sandausleeren (v.a. im Stabi-Bereich) endgültig weggeblasen.

Dennoch gut gelaunt ging Birgit mit meinem Zeug an den Start. Bei der Flächenbelastung – vergleichbar mit einem Marienkäfer, der an einem Herbstblatt hängt – war bei dem leichten Gegenwind sicher ein nettes Gleiterl drin…

Gesagt, getan…

…und danach ausgiebig ANALYSIERT! Diese Studie zeigt eindrucksvoll den Mimik- und Gesten-Reichtum meiner Freundin. Für Taubstumme ein glatter Foto-Roman! ;-)Nachdem Birgit die einzige „Fliegerin“ an diesem Tag war, hatte sie sich ihr Lande-Corona mehr als verdient…

Ernüchtert von unserer Flugausbeute beschlossen Hans und ich uns im küstennahen Snowboard-Wellenreiten zu versuchen. Am Anfag war ->

Die Idee: mit einem Cross-Bike einen Snowboarder an einem Seil am Ufer im seichten Wasser entlangzuziehen.

Aufgabenteilung: Die KTM-Zugmaschine bediente ich, während Snowboard-As Hans athletisch und dennoch grazil an seinem Wüsten-Board über die Wogen glitt.

Geflimt wurde das ganze von Bäck – echt cool!!!

Tag 4 – Und es gibt ihn doch, den Windgott:

Ein laues Lüftchen blies uns dann am letzten Tag den Duft des Frühstücks-Kaffees des Nachbarn in die Nase. Und da erblickten wir auch schon einen Gleitschirm – oder besser gesagt erspähte Bäck diesen durch unsere schattenspendenden Bäume. Sensation: er schien sich zu halten!“Do fliagt ana, do fliagt ana!!!“, sprach’s und hurtete ungefrühstückt an die Hauptdüne – und mit ihm die Vielzahl der seit 2 Wochen vergebens dem ersehnten Seewind harrenden Soaring-Pilger.

UND ES GING TATSÄCHLICH!

Wir hörten Bäck über unseren Köpfen jauchzen, singen und schreien. Das ließ auch uns einen Zahn zulegen. Als Birgit und ich den Take-Off-Spot an der Düne erreichten, war bereits das gesamte an der Düne campierende Fliegervolk anwesend. Dementsprechend dicht war der Flugverkehr…

Dennoch liess es sich Birgit nicht nehmen, mit meinem Boxtair auch ein paar Runden zwischen Sand und Meer zu drehen.

Einfach herrlich! 2 Versuche und insgesamt 8 Tage hat’s gebraucht, bis wir den ersten Soaring-Tag erleben durften! Und er gestaltete sich so, wie wir ihn aus den dutzenden Gleitschirm-Videos von diesem Spot her kannten – und auch erwartet hatten: Sanfte, laminare Brise…

…Fliegen im kurzen Beinkleid und barfuß. Einziger „Störenfried“ in der Gedankenlosigkeit des Moments waren die Randwirbel des Flugverkehrs.

Und selbst obwohl es in der Rinne beim Take-Off vor Wagas-Künstlern nur so wimmelte, konnte jeder seine Chancen zum „Stabi-in-die-Düne-Tauchen“ wahrnehmen. Fantastisch!

All die Reisemühen waren vergessen, mit dem Küstenwind weggeblasen…

Hans gesellte sich etwas verspätet zu uns und so war schliesslich die gesamte Ennstaler Abordnung am Strand versammelt um den perfekten Bedingungen zu huldigen. Sei es in lesender Form wie Michi, gesellig wie Birgit, staunend wie Hans, begeistert wie Bäck oder einfach nur happy wie ich…

Viel, viel Video-Material wurde aufgezeichnet, das für den Saison-Rückblick 06 ganz sicher wieder einige witzige Schmankerl beinhalten wird!

Diese tolle Aufnahme zeigt meinen alten Target am höchsten Punkt der Düne vor einer sich aufbauenden Gewitterwolke – zum Glück weit, weit weg.

Zeit genug, um nochmal die Düne entlangzusoaren – und nochmal und nochmal…

Auch Hans mit seinem „geilen Schirm“ fand riesigen Gefallen an den sich ihm bietenden Bedingungen!

Nach dieser Überdosis Glücksgefühl konnten wir uns entspannt wieder auf den Heimweg machen: DIE DÜNE WAR EROBERT!

 

Hast Du bis hier hin durchgehalten? Dann würde sich mein Gästebuch extreeem über eine kleine Wortspende freuen! *ggg*

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