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25.08.02: Rottenmanner-Tauern Adventure Race

25.08.02: Rottenmanner-Tauern Adventure Race

Gleich am darauffolgenden Wochenende sollte mein nächstes großes Saison-Highlight steigen: Die Teilnahme in einem Hobby-Team beim 8. Rottenmanner-Tauern Adventure-Race! – Ein Staffelbewerb in den Disziplinen Mountain-Bike, Berglauf, Paragleiten, Radfahren und Laufen (nähere Details bitte obigem Link entnehmen).

Von der „Gleitschirmgruppe Liezen“ waren insgesamt vier Piloten am Start: Kerschbaumer Thomas, Stieg Jörg, Luiki Christian und meine Wenigkeit.

Vom Team der „Naturfreunde Bärndorf“ wurde ich als Paragleiter verpflichtet. Mit mir am Start: v.r.n.l. Alois TADLER (Radfahren), Herwig KAINBRECHT (Berglauf), Markus BURGHAUSER (Mountain-Bike), Helmut RINGDORFER (Laufen).
Lois kannte ich noch von meiner Eltrona-RKT-Zeit her, die anderen Jungs sah ich bei der Nudelparty am Vortag zum ersten mal…
Um 10.00 Uhr hieß es Abfahrt vom Rottenmanner Hauptplatz bis zur Talstation der Materialseilbahn der Rottenmanner Hütte. Die Taxi-Fahrt und die anschließende Wanderung mit Ulli Lubensky gestaltete sich echt witzig (lacht für ihr Leben gern *g*) und so verflog die Zeit bis rauf zur Hütte.
Oben stieß dann auch Kerschbaumer Tom mit Frau und Nachbarin zu uns. Nach kurzer Pause traten wir dann den Weg über die Hochhaide Richtung „Stein am Mandl“ (Startberg) an – ein echt beschwerlicher 50 Minuten-Aufstieg.
Kaum zu glauben, dass sich der beste Bergläufer hier in einer Rekordzeit von 27.36 Minuten hochplagte – und das bei dieser Affen-Mittagshitze…
Als wir den Gipfel erklommen hatten, waren die meisten Piloten schon längst oben angelangt und hatten bereits Ihre Schirme und Taktiken zurechtgelegt:
Beim Briefing um ca. 13.30 wurden die Regeln nochmal kurz erläutert:
Mit umgehängtem Rucksack musste eine etwa 80m lange „Alpin-Gerade“ bergabwärts gelaufen und eine „Boje“ umrundet werden, bevor man sich den Startplatz am ganzen Gipfelareal frei aussuchen konnte.
In der Landezone waren zwei Landepunkte. Wurden diese verfehlt musste man mit gesamtem Equipment eine Strafrunde (ca. 80 m) absolvieren, bevor man seine Armschleife an den Radfahrer übergeben durfte…
Die Profis standen bereits in voller Adjustierung (Helm auf, Gurtzeug an, Schirm & Speed-System eingehängt und lediglich in den Packsack gelegt) am Start…Ich – als Newbie in der Wettkampf-Szene – dachte mir, dass das kaum was bringt ausser die Gefahr, dass man sich mit massig Problemen beim Entwirren der eventuell verhedderten Leinen konfrontiert sah.
Ein Irrtum, wie sich später zeigen sollte…
Kerschi als alter Wettkampf-Hase hatte ebenfalls genau die oben geschilderte Taktik und zog seinen Lady-Glider (Pro-Design Effect) ruckzuck aus dem Packsack – umgedreht, aufgezogen und ab ging’s – geschätzter Zeitbedarf vom Absetzen des Rucksacks bis zum Abheben: 30 Sekunden. Perfekt.Es herrschten ausgezeichnete Rückwärtsstart-Bedingungen (ca. 15-30 km/h aus SSW), die sogar einen Piloten mit ins Lee rissen – sah weniger gut aus…der Pilot blieb aber weitgehend unverletzt.
Kerschis Fazit: Aussenlandung (im Publikum) Zeit: 11.39.7; 11. Einzelwertungsplatz.
Jörg ebenfalls ein Wettkampf-Typ par excellence wandte dieselbe Taktik an: Nicht lange fackeln; raus das Ding, aufziehen, ausdrehen und airborn…Fliegt man erst mal, hat man den Kogel am Gipfel in etwa 15-30 Sekunden (je nach Wind) umflogen. Anschließend konnte man sofort die Jagd ins Tal aufnehmen. (Das hatte ich ebenfalls überschätzt – deswegen auch meine andere Startplatzwahl)
Jörg’s Fazit: Aussenlandung; Zeit: 10.30.3; 9. Einzelwertungsplatz – Spitze!
Von Kerschi hatte ich mir die Aerodynamik-Variante mit dem Langlauf-Set schmackhaft machen lassen und lief nach der Boje noch ca. 300m (!) weiter westlich. Dort hatte ich nämlich zuvor einen super Startplatz ausgemacht. An dem alten Herrn vor mir schoss ich vorbei wie ein Windhund! Doch das hohe Tempo forderte Ihren Tribut – auf den letzten Metern brach ich etwas ein. Gut. Endlich angelangt. Zeugs raus! Aufgelegt, Helm auf, Gurtzeug an, Schirm aufgelegt und Leinen sortiert. Dann konnte ich meinen Augen nicht Trauen – am Vortag noch vom Stoder nach Liezen geflogen, hatte mir GGL-Sepp beim Schirm zusammenlegen geholfen…
…und – Zufall oder nicht – genau auf dieser Seite hatte sich ein Ästchen wunderschön in den Leinen verhakt. „Des kaunnn jetzt oba net sein“, dachte ich und hatte zum Glück schnell wieder alles bereinigt. Nun erst Schirm und Speed-System einhängen – erst jetzt war ich so weit, wie die Cracks bereits nach 10 Sekunden waren *heul*
Egal: Alles passt – aufgezogen und unter tosendem Applaus der Rottenmanner Tifosi schwang ich mich in die Lüfte…
…und wer war vor mir? Der alte Herr von vorhin – Schande!
Die böige Bergbrise riss mich förmlich vom Boden weg. Ich drehte sofort bergwärts ein und schoss mit einem kleinen Wingover über den Grat ins Tal (*geil*)!Ab dann passierten keine Fehler mehr – im Gegenteil – alles lief perfekt!
Mit „angelegten Ohren“ und voll durchgetretenem Speedsystem schoss ich ins Tal. Ich versuchte mich so lange wie möglich (im etwas turbulenten) Lee-Bereich zu halten – mit Erfolg! Die anderen Piloten hatten talmittig bereits mit großem Steigen zu kämpfen, während ich unter ihren Nasen steil ins Tal glitt. Im Lee dann noch ca. 200m abspiralt und wieder mit Fullspeed und „Big Ears“ Richtung Landeplatz. Ich hatte bereits 4 Flieger hinter bzw. „ober“ mir gelassen, als ich auf die Landezone zuflog (Sie bauten leeseitig(!) ihre Höhe ab und hatten dann natürlich Probleme überhaupt erst in die Landezone zu kommen! Schwer verschätzt…). Ich visierte vorerst nur die Landezone an, dann sogar den Punkt, gab ca. 5 m über Grund die Stabilos frei. Mit undeformiertem Flügel und ohne großen Schlenker setzte ich am 1,5×1,5m-Punkt auf!!!
Und das obwohl ich überhaupt keine Ziellandung geplant hatte – also stets „äußerst effizient“ geflogen bin!
Das hatten an diesem Tag nur 7 Piloten von 41 geschafft…

Trotz dem, dass zwei meiner GGL-Kollegen (Kerschi und Jörg) nicht mal die Landezone erreichten, wirkte sich das nur marginal auf deren Zeit aus. Denn die 80m mit Equipment waren kaum mit Zeitverlust (ca. 30s) verbunden.
In der Einzelwertung bedeutete dies für mich den 21. Platz. Vor der Teilnahme war für mich ein „nicht-letzter Platz“ schon wie ein Sieg – aber nun kam doch etwas der Ehrgeiz und somit der Ärger durch, die falsche Start-Taktik gewählt zu haben.
Doch beim anschließenden Stadtfest am Rottenmanner Hauptplatz war der Ärger schnell verflogen und wich einer gewissen Zufriedenheit. Nämlich der, dass der Flug selbst fast perfekt war und eine Punktlandung bei einem so hochkarätig besetzten Rennen wie diesem für einen „one-year-experienced“ Piloten wie mich eine echt famose Leistung ist…

Danke an Tom Ploder (Eishockey-Käptn), der die Shots gemacht hat.

 

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