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20.06.08: NC-Liga: XC-Challenge Gastein

20.06.08: NC-Liga: XC-Challenge Gastein

XC-Challenge Gastein

NC-Liga Bewerb XC-Challenge 2008 28.-30.06.2008 (3 Tage):

Ein neuartiger Liga-Bewerb wurde von den Mannen rund um NC-Liga-Initiator Bruno Lehner 2008 im Gasteiner Tal ausgeschrieben. Nicht das Heizen entlang vorgegebener Strecke sollte mit den meisten Punkten belohnt werden. Diesmal ging es ganz einfach um die meisten Kilometer, die je nach Spur als

  • freie Strecke (Faktor 1)
  • Flaches Dreieck (Faktor 1.2)
  • FAI-Dreieck (Faktor 1.5)

gewertet wurden. Näheres zu diesen „Flugpfad-Figuren“ auf der offiziellen FAI-Homepage.
Spannende Geschichte – speziell für uns Serienklasse-Piloten, da es bei einem solchen freien Streckenflug mehr auf den Strecken-erfahrensten Piloten ankommt, als auf den mutigsten mit dem schnellsten Gerät. Dachte, das wär ein Vorteil für mich… *g*

Details

Stubnerkogel

  • Land Region:  Salzburg, Gasteiner Tal
  • Startplatzhöhe: 2440m
  • Höhendifferenz: 1340m

Infos unter:

unsere Flüge

zum Downloaden & Nachfliegen:

Eventberichte: Gasteiner Fetzenflieger, FSV Bodenlös OÖ
Resultate: XContest.org/XC-Challenge, ÖSSMTag 1: NIX (Regenwetter)

Bruno meinte nur „schaut gut aus“ -> und wir sind natürlich gekommen… – um den Gasteiner Schnürlregen zu bestaunen!

Tag 2: 48km Freie Strecke (3 Wendepunkte, ne Menge Talquerungen – und doch zu wenige)
Flug: (XContest, Google-Earth)

Die Story:

Mehr oder weniger gut ausgeschlafenen (zumindest ich weil zuhause bei meinen Lieben genächtigt hatte *g*) lauschten wir tags darauf Purksis Ausführungen zu Bewerbsform und Wetter. Mehr deutliche Westwindkomponente war vorhergesagt. Drusi, der erst am zweiten Tag zu uns stieß, musterte skeptisch mit Tommi den Himmel: „Was wird heute wohl die beste Route sein, um XC-Kilometer zu machen?“
Prominenz aus dem Ausseer Land war sogar zu sichten: Hermann und Robert wollten sich mal einen Bewerb aus nächster Nähe anschauen. Eigentlich war’s doch wieder Freiflug…
Womit wir auch schon wieder bei der Kopfnuss des Tages sind: Was bringt die meisten Punkte? Ein FAI-Dreieck mit Faktor 1,5 fettet die Strecke ja ordentlich auf – aber bei Westwind von gut 20km/h, tiefer Basis und fast geschlossener Bewölkung?
Zumindest war deutliches „Aufreissen für den Nachmittag“ vorhergesagt…
Somit hielt sich auch die Hektik am Startplatz lange Zeit in überschaubaren Grenzen.
Kurz nach 13:00 Uhr nahmen sich die Ersten ein Herz und konnten in der pulsierenden Thermik zaghaft aufdrehen. „Dicht gefolgt“ 😉 von einem Gradient 1-2er ging’s vom Startberg Stubnerkogel gegen 13:20 Uhr los Richtung Drusi’s Wunderbart – und der stand wie vor einem Jahr noch genau an derselben Stelle. Nach das nenn ich Konstanz!
Diesen konnte ich bis zur Basis – oder besser gesagt: den oberen Wolkenfetzen – auskurbeln und flog ohne Umwege die zum Glück gerade sonnenbeschienene Ostseite des Tales an. Gemeinsam mit Stephan Wirgler (links im Bild), Stefan Aufischer (rechts im Bild), Manuel Nübel und Co ging’s etwas turbulent und Grat-nah Richtung Fulseck.
Bis zum Fulseck hatte auch Drusi zu uns aufschließen können, dafür hatte Stefan eine gröbere Baustelle dort. Drusi und ich flogen mit ein paar Boomerang Piloten bis zum letzten Gipfel des nördlichen Gasteiner Tals, setzten noch nen Wendepunkt Richtung West und beschlossen dann, uns mit dem Pulk Richtung West verblasen zu lassen.Wir sprangen die Quertäler der Tauern von Kamm zu Kamm. Ne durchaus selektive Geschichte, da die schwache Thermik oft stark windzerrissen und sehr -versetzt war. (Siehe Tracklog).
„Ö3-Verkehrsfunk meldet 20 Kilometer Stau vor dem Tauerntunnel!“, krachte es aus Drusis Funk. Wir fühlten uns den in der Blechkolonne festsitzenden Südland-Pilgern hier oben doch haushoch überlegen! Welch Freiheit, welch Perspektive!
In der Ferne konnte ich schon den Dachstein erkennen (links im Bild). „Mit dem Wolkenbild vor mir könnt ich es heute noch bis nach Haus vor meine Haustür schaffen!“, dachte ich und versuchte zügig zu Drusi aufzuschließen. Und genau dann passierte der Fehler: zu hastiges Weiterfliegen ohne vorheriges ausreichendes Aufdrehen wurde anstandslos im thermisch toten Talwind mit nem Absaufer bestraft! Gegroundet bei der Skiarena Zauchensee! Umso bitterer, da – wie vorhergesagt – der Himmel aufriss und vielen anderen Mitstreitern zu wesentlich weiteren Flügen verhalf. 🙁
Den ersten Weg aus dem Tal raus Richtung Altenmarkt rausgestoppt, ging nach angenehm-kurzweiliger Rückholer-Odyssee das Floß-Ziel-Landen über die Bühne. Wie immer ein riesen Fun-Highlight bei den Gasteinern!!!Tagessieger Andi Pranieß: mit über 86km bis nach Gröbming. Meine Wenigkeit hatte mit 48km grad mal gut halb soviel geschafft. Machmal zahlt sich Risiko aus – und manchmal eben nicht…

 

Tag 2: 71 km Freie Strecke (3 Wendepunkte, 2 Talquerungen)
Flug: (XContest, Google-Earth)

Ich und mein Magnu.. äääähhh ESPACE! Wir feierten „unser erstes Mal“! Die Sitze bereits tags zuvor ausgebaut, konnte ich auf ISO-Matten gebettet ne wunderbare Nacht auf der Ladefläche meines geliebten Family-Vans verbringen. *g*
Und welch ein Panorama erwartete uns an diesem Sonntag! Strahlend blauer Himmel, vorhergesagte zwei Achtel Cumulus-Bewölkung – eigentlich perfekt, wäre nicht die noch immer starke West-Strömung in der Höhe. Heute sollte es doch wesentlich früher gehen und eine echte XC-Challenge für die streckenhungrigen Piloten bieten. Die Frage, welchen Flugpfad zu fliegen, war heute sogar noch schwieriger als gestern zu beantworten. Ich hatte mir dennoch zwei ehrgeizige Dreiecks-Varianten ins GPS programmiert – denn aufgrund der frühen vorgegebenen Landezeit (17:00 Uhr) und des gestern erlebten Rückhol-Abenteuers wollte ich heute unbedingt im Gasteinertal neben dem kühlen Badesee landen!
Nachdem 2 Dummies um 11 Uhr bereits Höhe machten, ging ich als einer der ersten raus und fand gleich guten thermischen Anschluss. Drusi machte den ersten Schenkel Richtung Alpenhauptkamm nach Süden und praktisch alle folgten anfangs dieser Route. In weiterer Folge flogen Tommi und Drusi bereits am Erzwies wieder retour, ich beschloss noch 1 Querung weiter Richtung Süd zum Schareck zu fliegen, da es dort auch gut aussah. Der südlichste Punkt war gesetzt und so ging’s bei mittleren thermischen Bedingungen entlang der Westseite des Gasteinertals ab Richtung Nord (Im Bild links ein Blick herab aufs Raurisertal). Tommi und Drusi waren wie so viele andere bereits über´s Rauriser Tal Richtung Schmitten unterwegs. Diese Route bedeutete für viele bereits das Aus, da es auch hier nur mehr hoch weg ging und selbst das nur ganz schwach an sehr raren Plätzchen. Hier macht sich der Vorteil vom Pulkfliegen massiv bezahlt!!!
Am Bernkogel  konnte ich zu Stef aufschließen und wir berieten, welche Linie wir weiter nehmen sollten. Jegliche Querung schien ein markantes Absauf-Risiko zu birgen.
Noch Höhe maximiert, nahm ich mir als erster im Pulk ein Herz und stach Richtung Nord zum Wildstein/Taxenbach, wo eine kleine Felswand optimal sonnenbeschienen und somit thermisch vielvresprechend aussah. Stef hatte kurz nach geplantem Abflug ein riesen Saufen, brach das Querungsvorhaben ab und hatte nachher wieder alle Hände voll zu tun, die Baustelle wieder zu kitten. Er wählte sodann erfolgreich eine FAI-Dreiecks-Route im Gasteiner-Tal.
Ich selbst sah nen gelben Targa an verheissenem Fels langsam Höhe machen – das sollte reichen! (War glaub ich der Typ, der mit Heimhofer Klaus neben mir in der Gondel der Stuberkogel-Bahn saß und 1000 Tode starb, als jemand den Not-Aus reinhaute *ggg*)
Im Bild links ein Blick Richtung Schmitten ins Pinzgau und rechts ein Bilck vom selben Luftort aus zurück ins Gasteiner und Rauriser Tal – ein wahrlich prächtiger Sommer-Tag!
Der thermische Anschluss war um diese Tageszeit äußerst ergiebig und so konnte ich zügig Richtung Zeller See vorankommen. Dann die Qual der Wahl: Querung Richtung Pinzgauer Spaziergang gegen den Westwind und in die NW-verblasenen Abschattungen der Cumuli oder retour ins Pongau und dann wieder nach Gastein???
Tommi und Drusi haben sich auf ihrer Route auch noch bis zum Zeller See durchgearbeitet und wir trafen uns beim Sender Hundstein. Sie waren beide wieder auf dem Retourweg. Ich beschloss den 2. Punkt noch weiter Richtung Zeller See zu setzen und ihnen dann zu folgen. Fataler Fehler wie sich später zeigte, denn der Westwind ließ kaum ein Vorwärtskommen zu (-> wenige Kilometer Distanzgewinn, dafür viel Höhenverlust). Die etwa 10 Minuten Rückstand auf die beiden konnte ich ebenfalls nicht mehr aufholen, da die zwei wie immer ordentlich Gas gaben und ich generell ab dem Zeller See keine gute Spur mehr fand. Dann kam ich noch auf die „geniale“ Idee Richtung Nord einen Punkt zu setzen um dann ein schönes FAI-Dreieck zu zaubern. Wie in der Luft doch die Distanzen täuschen können – dran muss ich unbedingt noch feilen (bin für Tips diesbzgl. sehr dankbar!).
Kurz: Der Punkt war Scheiße; die Abschattung auf diesem Pfad ein Höhenvernichter. Über dem Tal konnte ich zwar noch ein Bärtchen ausgraben, was mich aber nur auf gut 1800m hochhievte. Dann die 2. Fehlentscheidung: Anflug tief übers Gasteiner oder Rauriser Tal? Zu spät erst sah ich, wie einige Piloten am Westeingang Rauriser Tal Höhe machen konnten. Da war ich schon an der Pforte ins Gasteiner Tal die, so tief von unten raus praktisch nicht mehr ging. Konsequenz: Landung nahe der Fulseck-Bahn (siehe Bild links). Mit nem FAI-Dreieck war´s bei weitem nix! Stefanie Hudler hat´s in perfekter Manier zugemacht FAI-Dreieck mit 3. Wendepunkt am Fulseck (sie war bei denen, die rechts im Rauriser Tal noch Höhe machen konnten!) Tommi und Drusi ebenfalls jeweils ein famoses 75km FAI-Dreieck, was natürlich bei nem Faktor von 1.5 massig Punkte bedeutete!
Somit konnten 3/4 der angetretenen Bodenlosen ne makellose Bewerbsbilanz vorlegen: Drusi scorte als 2. in der Hobby-Wertung  und war somit auch auch 1. der NC-Klasse. Gefolgt von Stef und Tommi als 2. und 4. NCler. Für mich reichte es leider nur zum 18.ten Platz in der Gesamtwertung (90 Piloten) – 7. Platz von 29 NClern. Das Resultat aus 2x zu viel Risiko – mit einer Prise Fehlentscheidungen…
Gratulation auch an Stefan Brandlehner, der mit nem 114km-FAI-Dreieck wiedermal eindrucksvoll sein Können unter Beweis stellte. Erst recht, da ich weiß, dass auch er Familienvater ist und etwa gleich selten zum Fliegen kommt wie ich. *respect*

 

Lessons Learned:

  • Wenn 5%-Regel für geschl. Strecke bzw. Rückkehr an Starplatz fraglich (km-Maximierung) ? -> Einen ersten Punkt Richtung Landeplatz setzen (siehe Manuel Nübel)
  • Wenn Du die Chance hast mit nem guten Pulk weiterzufliegen -> vergiss Eckpunkt-(Kilo-)Meter
  • Trainieren der Erkennung der gesetzten Eckpunkte und Einbringung in aktuelle Flugroute (wo setze ich den nächsten Punkt?) / Schenkellängen richtig einschätzen lernen
  • für EINE Linie KLAR entscheiden und auf keinen Fall zwischen 2 Guten durchfliegen
  • Generell: beim XC-Fliegen zusammen bleiben!
  • NIE wieder ins Gasteiner Tal tief einfliegen! *g*
Hast Du bis hier hin durchgehalten? Dann würde sich mein Gästebuch extreeem über eine kleine Wortspende freuen! *ggg*

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