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13.07.18: Adlerlounge-Premiere mit 243km FAI-Dreieck

13.07.18: Adlerlounge-Premiere mit 243km FAI-Dreieck
Ja, die heurige Streckenflug-Saison war in den Ostalpen faktisch zu vergessen. So vielversprechend der April auch begann, so sehr ließen sich Mai bis Juli bitten. Speziell an der Nordseite war es entweder zu labil mit Nachmittagsgewittern – und blieb’s mal trocken, hatte es mehr als 20km/h Wind – nicht geeignet für große Flüge und zumeist net lustig… goa net…
Zum Glück hab ich heuer durch die Wettkampffliegerei ein paar super nette Flüge „dazugewonnen“, sonst wäre das 2018er-Fazit ziemlich trüb ausgefallen.
„Mitte Juli schon Fazit?“ Ja, denn in 3 Wochen steht Familienurlaub an und dann ist die XC-Saison gelaufen – und die kommenden Tage schauen wieder nicht allzu rosig aus..
Dabei schaut es immer gut aus – „in 5 Tagen“. Je näher jedoch dieser vermeintlich gute Tag kommt, desto eher verschiebt er sich wieder auf den 5. Tag?!?

PROLOG:

So auch diesmal, wo die Prognosen für den Freitag, den 13. von Tag zu Tag nach unten korrigiert wurden. Im Norden sowieso zuviel Wind und noch dazu Staulage durch die vorherrschende Nordströmung. Und dennoch war es für eine ganze Woche der „noch am besseren“ fliegbare Tag.

Unschlüssig, was ich mit dem Tag anfangen sollte hatte ich 3 Alternativen, wovon ich bis Donnerstag-Abend keine bevorzugen konnte: von Liezen mit dem NW-Wind ins Balaton blasen lassen – cool, aber bei dem 20er NW-Wind definitiv spicy. Runter an die Südseite, wobei die Zeit für die Grente wohl nicht mehr ausreicht. Oder arbeiten gehen. Wäre sicher das Vernünftigste, ist das Urlaubskonto durch meine Weltcup-Bewerbsausflüge doch schon ziemlich geplündert…
Somit unter den diversen Whatsapp-Gruppen noch nach flexiblen Mitstreitern gesucht. Von den Mojos war einzig Heli Schrempf bereit, für einen frühen Freitags-Morning-Call auf Stand-by zu sein.

Um 3:30 Uhr weckte mich das liebevoll penetrante „Maunzen“ einer unserer Katzen mit der Absicht, man möge ihr doch persönlich die Türe öffnen. KATZEN! Nach dieser Aktion konnte ich nicht mehr richtig einschlafen und warf kurz nach 4:15 Uhr den PC an, um einen Blick auf neue Vorhersagemodelle und erste Webcam-Bilder zu erhaschen. ZAMG sagte Gewitterfreiheit im Süden an und Webcams zeigten keinerlei Wolkenschirm am Himmel, lediglich dünnes, tiefes Restgewölk, das sich bei der Sonneneinstrahlung ja schnell auflösen sollte.

Somit rief ich wie besprochen Heli an, der auch tatsächlich bereit war gegen 5:30 Uhr parat zu stehen, für die Fahrt nach Kals. Ja Kals am Großglockner. Da waren wir noch nie, aber das Gebiet ist zumindest von den Grente-FAIs bekannt. Meine Absichten noch in die anderen Gruppen geschrieben und die Salzburger Partie rund um Seiga und die 2 Jürgens Kirchner und Thomas rottete sich ebenfalls prompt zusammen, um uns in Kals zu treffen…

Unsere Flüge vom Fr dem 13.07.18 zum Nachfliegen im virtuellen Doarama-Relief:

Wetter:

So unschlüssig war ich mir schon lange nicht mehr: Alptherm sagte strammen Nord voraus, fast schon Nordföhn mit bis zu 4 hPa-Druckunterschied. XC-Skies sagte vom Wind her alles ok, aber die Bedeckung ist zwischen 60 und 90% -> Ausbreitung, Abschirmung?
Letztendlich besann ich mich in der Früh dann doch auf den alten Spruch: „If you don’t go, you don’t know“ und bin einfach gefahren…
…mit einem motiverten Flügelmann wie Heli an der Seite kann’s schließlich nur gut werden! 🙂

Hier nur exemplarisch einige Bilder, die das auf teils widersprüchlichen Prognosen basierende Entscheidungsdilemma schön zeigen. Weitere Prognosen inkl. Vortagsniederschlag hier…

Nach gerade mal 3 Stunden Fahrzeit kamen wir gegen 8:20 Uhr an der Talstation der Adlerlounge an, wo schon 4 Locals entspannt auf die Bergfahrt warteten. Also Zeit genug, um doch noch eine vernünftige Jause zu kaufen, denn die Bahn fährt erst um 9 Uhr bergwärts…
Oben angekommen schlug die Vorfreude, mit den Locals souverän in den Tag zu starten, in Skepsis um: „Sowas haben wir hier noch nie erlebt“, „der Aufwind täuscht, wir sind da voll im Lee“, „weiter in den Norden fliegen braucht’s net, da ist nur Spülgang“ waren die Aussagen, die uns als Newbies im Gelände schon etwas verunsicherten.
Nach über einer halben Stunde Analyse und Überlegen fassten Heli und ich den Entschluss „Safety frist“ und haben uns hinter der Bergstation (im Bild nicht sichtbar) auf dem Schotterplatz startklar gemacht und sind von dort um 10:15 Uhr bzw. 10:30 Uhr gut ins sichere Luv gestartet. Es trug recht gut und wir haben uns an der Luv-Seite des Rotenkogel bis zu dessen NO-Spitze entlang gehantelt, um dort mit 10km/h N-Wind das erste Mal Richtung bereits bestens ausgeprägter Basis zu kurbeln. Wäre an dem Tag sicher auch eine Stunde früher gegangen…

Foto-Story:

Die heutige Flugspur und der Zwischenstand in der Streckenflug-Staatsmeisterschaft:

Lessons Learned:

Wetter:

Alptherm hat 10-20km/h NW, prognostiziert und am Brenner -3 bis -4 hPa. Relevanten Nord hatte es nur am Startplatz.

Taktik:

  • Prognosen-Kopfkino: Wenn es keine Anzeichen für Nordwind gibt, auch direkt fliegen – nicht den Umweg über den Saun nehmen
  • Bei großflächigen Abschattungen HOCH bleiben
  • SONNE vor Wolken, denn Wolken ziehen weiter und sterben ab (evtl. wäre Umweg über Antholzer Tal besser gewesen…)
  • Lufträume vorher genau anschauen; generell die Luftraumsituation in Italien mit kompetenter Stell klären: oftmals wird einfach reingeflogen? Wird das geduldet?
  • Auch im Sommer warme Wäsche anziehen. Wintersocken, dickes Transtex-Unterleiberl

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